Sechs exemplarische Probleme – sechs Lösungen.

Übersieht ein Unternehmen die ersten Krisensymptome, gerät es schnell in eine sich selbst verstärkende negative Dynamik, die zu Umsatzeinbußen, Margenverfall, negativem Cashflow und letztendlich zu existenzbedrohenden Liquiditätsproblemen führt. Mit den folgenden sechs Beispielen zu den Themen Liquiditätsmanagement, Produktgestaltung, Wettbewerbspositionierung, ganzheitliche Neuausrichtung, Prozessmanagement und Export-Offensive zeigen wir einige typische Problemsituationen auf, in denen sich unsere Klienten befanden, und die wir gemeinsam lösten. Allerdings gilt: keine Krise hat nur eine Ursache und kein Turnaround hat nur einen Hebel! Nur der konsequente Einsatz aller gebotenen Turnaroundhebel bringt den Erfolg!


Liquiditätsmanagement

 

Das Unternehmen: Anlagenbau, Krisenfall

 

Die Aufgabe: Das Unternehmen hatte in den Vorjahren jeweils einen Verlust von etwa 3-5 % vom Umsatz erlitten. Wiederholte Zahlungsschwierigkeiten waren die Folge.

 

Unsere Vorgehensweisen und Maßnahmen: Da eine genaue Übersicht über die Zahlungsströme fehlte, mussten wir innerhalb von fünf Tagen einen Liquiditätsplan erstellen. Hierin wurden alle für die nächsten Wochen zu erwartenden Zahlungseingänge erfasst, die Fertigstellungs-, Lieferungs- und Abnahmetermine der kommenden Wochen zusammengestellt und die Strukturkosten nach dem Datum des Zahlungsabflusses aufgelistet. Aus der Gesamtübersicht zeigte sich, dass dem Unternehmen die Illiquidität drohte.

 

Da Banken und Gesellschafter nicht bereit waren, ein Millionenrisiko einzugehen, mussten andere Wege zur Bewältigung der Liquiditätsprobleme gefunden werden.

 

 

 

Wir verkauften das gesamte nicht zwingend betriebsnotwendige Immobilienvermögen, veräußerten unrentable teure Maschinen und verkleinerten das überdimensionierte Warenlager. Außerdem baten wir die Lieferanten um eine Stundung. Da damit die Liquidität des Unternehmens immer noch nicht gewährleistet war, blieb uns nur noch die Möglichkeit, die Mitarbeiter/innen um Mithilfe zu bitten: Sie akzeptierten ein (insolvenzsicheres) rollierendes System mit variablen Stundungsmöglichkeiten für jeden einzelnen Mitarbeiter und gewährten so ihrem Arbeitgeber einen Lohnkredit bis zu einem oder auch zwei Monatslöhnen.

 

Das Ergebnis: Die drohende Illiquidität konnte verhindert werden. Damit war die Möglichkeit gegeben, ein Turnaround-Konzept zu erstellen und dem Unternehmen langfristig die Zukunft zu sichern.


Wettbewerbspositionierung

 

Das Unternehmen: Hersteller langlebiger Gebrauchsgüter; Weltmarktführer, mehrere Verlustjahre.

 

Die Aufgabe: Konsumentennahes Geschäft mit verschiedenen Preisstufen. Im attraktiven Hochpreissegment hatte ein Wettbewerber ein innovatives Produkt auf den Markt gebracht, mit dem er seinen Marktanteil deutlich ausweiten konnte. Dies wirkte sich sehr negativ auf die Ertragslage unseres Klienten aus. Die Unternehmensstruktur war im Abteilungsdenken erstarrt.

 

Unsere Vorgehensweisen und Maßnahmen: Wir analysierten das Marktumfeld bezüglich der Attraktivität der neuen Produktidee, der Konsumentenpräferenzen und der Preischancen. In die Marktanalyse integrierten wir eine Conjoint-Analyse. Die Marktuntersuchung gab uns neue und wertvolle Anregungen für die Produktgestaltung sowie für Designänderungen einer im Unternehmen vorhandenen Produktidee.

 

Wir stellten ebenfalls fest, dass die Preisstellung nicht optimal war und bei einem höheren Preis höhere Gesamtdeckungsbeiträge erzielt werden könnten. Gemeinsam mit der Geschäftsführung beschleunigten wir den Entwicklungsprozess für Neuprodukte, um die Markteinführung frühestmöglich zu erreichen. Alle Mitarbeiter des interfunktionalen Projektteams trieben wir zu höchster Eile. Es gelang uns, die bisher benötigte Zeit für eine Produktneuentwicklung um mehr als die Hälfte zu reduzieren.

 

 

 

 

Das Unternehmen erhielt eine funktionale Neustruktur von der Geschäftsführung bis zum Versand. Ein neuer Auftragsablauf verkürzte auch die Lieferzeiten um mehr als die Hälfte und reduzierte die Kosten jährlich um zweistellige Prozentsätze.

 

Das Ergebnis: Die Produktneueinführung wurde zum bisher erfolgreichsten Produkt-Launch in diesem Marktsegment. Das Unternehmen konnte so seine frühere Marktführerschaft wieder zurückgewinnen und die Bedrohung durch den Konkurrenten erfolgreich abwehren. Nach drei Jahren ausschließlich erfolgsorientierter Tätigkeit im Management verließen wir ein erfolgreiches Unternehmen.


Ganzheitliche Neuausrichtung

 

Das Un­ter­neh­men: Kon­zern in der Un­ter­hal­tungs­in­dus­trie.

 

Die Auf­ga­be: Das Un­ter­neh­men hat die Zei­chen des Mark­tes falsch ver­stan­den und eine auf Ex­pan­si­on aus­ge­leg­te Un­ter­neh­mens­stra­te­gie mit einem stark di­ver­si­fi­zier­ten Ge­schäfts­port­fo­lio an­ge­strebt. In­ner­halb eines Jah­res ver­lor das Un­ter­neh­men na­he­zu 10% sei­nes Um­sat­zes.

 

Un­se­re Vor­ge­hens­wei­sen und Maß­nah­men: Im Rah­men un­se­rer ganz­heit­li­chen Ana­ly­se wur­den die Chan­cen und Ri­si­ken der Kon­zern­aus­rich­tung ana­ly­siert und kri­tisch ge­prüft. Er­geb­nis­se der Un­ter­su­chung zeig­ten, dass die ge­plan­te Ex­pan­si­ons­stra­te­gie der ein­zel­nen Ge­schäfts­fel­der nicht durch­zu­füh­ren war. In den Vor­jah­ren hatte das Un­ter­neh­men die Markt­chan­cen ein­zel­ner Ge­schäfts­fel­der über­schätzt bzw. durch die Di­ver­si­fi­ka­ti­on Kern­kom­pe­ten­zen in sei­nen ori­gi­nä­ren Ge­schäfts­feldern ver­lo­ren. Hinzu kam, dass die in­ter­nen Kos­ten­struk­tu­ren völ­lig über­frach­tet waren.

 

Zu den we­sent­li­chen Maß­nah­men der ra­di­ka­len Neu­aus­rich­tung ge­hör­te die Re­duk­ti­on der Vor­stands­ebe­ne von vier auf einen Vor­stand, die Schlie­ßung bzw. der Ver­kauf von drei Ge­schäfts­spar­ten, der Auf­bau einer ge­schäfts­fel­dori­en­tier­ten Or­ga­ni­sa­ti­on, die sich auf Kern­ge­schäfts­fel­der kon­zen­trier­te, sowie ein um­fang­rei­ches Kos­ten­sen­kungs­pro­gramm, das so­wohl den in­di­rekt pro­duk­ti­ven Be­reich (Over­head­be­rei­che) als auch den Fer­ti­gungs­be­reich be­traf.

 

 

 

Auf­grund der Viel­zahl und Kom­ple­xi­tät der not­wen­di­gen Turn­around-Pro­jek­te eta­blier­ten wir eine mo­nat­lich statt­fin­den­de „Mas­ter­team­sit­zung“, in der die in­ter­nen und ex­ter­nen Ver­ant­wort­li­chen über die Fort­schrit­te und Er­geb­nis­se ihrer Re­struk­tu­rie­rungs­er­fol­ge be­rich­te­ten. Fort­schrit­te des Tur­narounds wur­den hier­durch trans­pa­rent, mess­bar und steu­er­bar.

 

Das Er­geb­nis: Die stra­te­gi­sche Um­ge­stal­tung des Kon­zerns wurde in­ner­halb von zwei Jah­ren be­wäl­tigt. Dem zu er­war­ten­den und tat­säch­lich ein­ge­tre­te­nen Markt­rück­gang konn­te durch Kos­ten­ein­spa­rung von 25 Mio. Euro größ­ten­teils be­geg­net wer­den. Zur Ab­si­che­rung der Nach­hal­tig­keit des Tur­narounds wur­den um­fang­rei­che In­no­va­tio­nen und Ko­ope­ra­tio­nen in den Kern­ge­schäfts­fel­dern er­ar­bei­tet. Ohne die ra­di­ka­le An­pas­sung der Kon­zern­stra­te­gie und der Füh­rungs­struk­tu­ren wäre das Un­ter­neh­men ge­treu dem Motto „die Hoff­nung stirbt zu­letzt“ si­cher­lich in der In­sol­venz­sta­tis­tik ge­lan­det.


Prozessmanagement

 

Das Un­ter­neh­men: Groß­händ­ler im Be­reich Sa­ni­tär/Hei­zung/Klima.

 

Die Auf­ga­be: Schwie­ri­gen Um­feld­be­din­gun­gen wie Markt­rück­gang, Mar­gen­druck und dem Auf­tre­ten neu­ar­ti­ger Kon­kur­renz­for­men war das Un­ter­neh­men nicht kon­se­quent ent­ge­gen­ge­tre­ten. Eine falsch ver­stan­de­ne Kun­den­ori­en­tie­rung ohne Kos­ten­kon­trol­le und Pro­zes­sin­no­va­ti­on hatte zu einem aus­ufern­den Over­head­be­reich ge­führt. Das Un­ter­neh­men mach­te hohe Ver­lus­te.

 

Un­se­re Vor­ge­hens­wei­sen und Maß­nah­men: Wir un­ter­such­ten die Auf­trags- und Kos­ten­struk­tur des Un­ter­neh­mens und stell­ten dabei fest, dass die Hälf­te der Auf­trä­ge nicht zu einer De­ckung der je­weils va­ria­blen Auf­trags­kos­ten führ­te. In Ver­bin­dung mit einer ABC-Kun­den­seg­men­tie­rung ver­än­der­ten wir die Auf­trags­struk­tur, bün­del­ten in Zu­sam­men­ar­beit mit den Kun­den Klein­auf­trä­ge zu Ge­samt­kon­tin­gen­ten, trenn­ten uns von un­pro­fi­ta­blen Auf­trä­gen und Kun­den und mo­der­ni­sier­ten die Auf­trags­an­nah­me. La­ger­hal­tung und Kom­mis­sio­nie­rung wur­den eben­falls op­ti­miert, so dass der ge­sam­te Kern­pro­zess der Auf­trags­ab­wick­lung re­for­miert wurde. Zu­sam­men mit der Ver­rin­ge­rung der Kom­ple­xi­tät durch die Auf­ga­be von un­pro­fi­ta­blen Sor­ti­ments­tei­len konn­te die Kos­ten­si­tua­ti­on dra­ma­tisch ver­bes­sert wer­den, um bei den ge­sun­ke­nen Mar­gen noch Geld zu ver­die­nen.

 

 

 

Gleich­zei­tig be­wirk­te die Ein­füh­rung von in­no­va­ti­ven Mar­ke­ting­an­sät­zen, wie Ei­gen­mar­ken und spe­zi­el­le VIP-Kun­den­be­treu­ung, eine Ver­bes­se­rung der Durch­schnitts­mar­ge und eine bes­se­re Po­si­tio­nie­rung ge­gen­über den al­ter­na­ti­ven Ver­triebs­for­men.

 

Das Er­geb­nis: In­ner­halb von knapp einem Jahr konn­te das Un­ter­neh­men wie­der schwar­ze Zah­len schrei­ben und er­wirt­schaf­te­te eine be­schei­de­ne, wenn­gleich bran­chen­üb­li­che Ren­di­te.


Export-Offensive

 

Das Un­ter­neh­men: Auf­bau­her­stel­ler mit hoher Fer­ti­gungs­tie­fe, Markt­füh­rer in Deutsch­land mit mi­ni­ma­lem Ex­port­an­teil.

 

Die Auf­ga­be: Das Un­ter­neh­men muss­te in zwei auf­ein­an­der­fol­gen­den Jah­ren er­heb­li­che Ver­lus­te hin­neh­men. Ur­sa­chen waren hohe In­ves­ti­tio­nen in nicht ver­markt­ba­re Pro­duk­te, ein markt- und kon­junk­tur­be­ding­ter mas­si­ver Nach­fra­ge­rück­gang im In­lands­ge­schäft und sich ver­schlech­tern­de Mar­gen auf­grund er­höh­ter Wett­be­werbs­in­ten­si­tät. Durch die hohe Fer­ti­gungs­tie­fe wirk­te sich die Un­ter­aus­las­tung un­mit­tel­bar ne­ga­tiv auf die Er­geb­nis­si­tua­ti­on aus. Zudem waren die Pro­duk­ti­ons­kos­ten nicht markt­kon­form und eine be­ste­hen­de – für den Um­satz we­sent­li­che – Pro­dukt­li­nie tech­nisch ver­al­tet.

 

Un­se­re Vor­ge­hens­wei­sen und Maß­nah­men: Im Rah­men un­se­rer ganz­heit­li­chen Un­ter­neh­mens­ana­ly­se haben wir einen Maß­nah­men­ka­ta­log mit den re­le­van­ten Turn­aroundhe­beln er­stellt. Er­heb­li­che Kos­ten­vor­tei­le boten sich im Out­sour­cing von Fer­ti­gungs­tei­len, so rea­li­sier­ten wir Ein­spa­run­gen zwi­schen 30% und 40%. Wei­te­re Ein­spa­run­gen er­ziel­ten wir in Ver­hand­lun­gen mit dem Be­triebs­rat und den Ge­werk­schaf­ten: durch Ge­halts­ver­zicht.

 

Au­ßer­dem iden­ti­fi­zier­ten wir De­fi­zi­te im Ver­triebs­be­reich. Ei­ner­seits in­stal­lier­ten wir ein sys­te­ma­ti­sches Key-Ac­count-Ma­nage­ment, um die be­ste­hen­den Kun­den­po­ten­tia­le bes­ser zu nut­zen, an­de­rer­seits führ­ten wir eine Ex­port­of­fen­si­ve durch. Bis­her er­wirt­schaf­te­te das Un­ter­neh­men mehr als 85% sei­ner Um­sät­ze in Deutsch­land und war Markt­füh­rer auf dem in­län­di­schen Markt. Zur Er­schlie­ßung der eu­ro­päi­schen Märk­te bau­ten wir in den je­wei­li­gen Kern­märk­ten ein Händ­ler- bzw. Ver­triebs­part­ner­netz auf, um erste na­tio­na­le und in­ter­na­tio­na­le Key-Ac­counts zu ge­win­nen.

 

 

 

 

Wett­be­werbs­nach­tei­le fan­den wir zudem in der For­schung & Ent­wick­lung, was sich zum Teil in über 15 Jahre alten Bau­rei­hen wi­der­spie­gel­te. Des­halb kon­zen­trier­te sich un­se­re Ar­beit auf die Kom­pen­sa­ti­on des Ent­wick­lungs­rück­stan­des und die Neu­ent­wick­lung einer Bau­rei­he mit in­no­va­ti­ven Kon­zep­ten und engen Ziel­kos­ten­vor­ga­ben. Dazu re­or­ga­ni­sier­ten wir die Kon­struk­ti­ons- und Ent­wick­lungs­mann­schaft.

 

Zur Ab­si­che­rung des Tur­narounds fan­den wir einen fi­nanz­kräf­ti­gen In­ves­tor, um neues Ka­pi­tal für das an­ge­streb­te Wachs­tum im Aus­land und die kon­se­quen­te Fort­set­zung der F&E-Ak­ti­vi­tä­ten zu er­hal­ten.

 

Das Er­geb­nis: Die Li­qui­di­tät und Er­trags­kraft des Un­ter­neh­mens ist nun­mehr nach­hal­tig ge­si­chert und die Wett­be­werbs­fä­hig­keit deut­lich ver­bes­sert. Der nach­fra­ge­be­ding­te Ver­lust wurde durch Kos­ten­ein­spa­run­gen im ad­mi­nis­tra­ti­ven Over­head und in Out­sour­cing-Ak­ti­vi­tä­ten im Be­reich der Fer­ti­gung kom­pen­siert. Durch die sys­te­ma­ti­sche Er­schlie­ßung neuer Märk­te im eu­ro­päi­schen Aus­land wur­den zudem neue Um­satz­po­ten­tia­le rea­li­siert. Erste Er­geb­nis­se der ver­stärk­ten Ent­wick­lungs­leis­tun­gen drü­cken sich in den Pro­duk­ten einer neuen Bau­rei­he aus.

 

Der In­ves­tor kann somit auf ge­si­cher­ter Basis eine Aus­wei­tung des Ge­schäfts durch Er­schlie­ßung wei­te­rer Ex­port­märk­te und in­ten­si­vier­te Ent­wick­lungs­ar­bei­ten im Kern­ge­schäft durch­füh­ren. 300 Ar­beits­plät­ze sind jetzt wie­der si­cher.


Wachstumsfahrplan

 

Das Un­ter­neh­men: Automobilzulieferer (Kunststoffverarbeitung).

 

Die Auf­ga­be: Der Unternehmensumsatz stagniert seit Jahren bei ca. 250 Mio. Euro, es besteht jedoch aufgrund freier Kapazitäten noch Umsatzpotential für bis zu 320 Mio. Euro. Diese Lücke soll durch ein Wachstumsprogramm für die nächsten fünf Jahre geschlossen werden.

 

Un­se­re Vor­ge­hens­wei­sen und Maß­nah­men: Im Fokus der ersten Projektphase stand die strategische Ausgangssituation: Wie ist das Unternehmen in verschiedenen Ländern und Märkten positioniert, wie verhalten sich die Wettbewerber, welche strategischen Entscheidungen wurden in den letzten zwei bis drei Jahren getroffen und wie weit wurden sie umgesetzt? Wie sind die organisatorischen Strukturen und Kapazitäten? Worin liegen die Kernkompetenzen des Unternehmens, welche Bereiche sind profitabel (und warum), wie haben sich die Produktbereiche in den letzen Jahren entwickelt? Wie steht es um den Lebenszyklus der einzelnen Produktgruppen, in welcher Phase befinden sich die einzelnen Produkte? Wie sieht die Entwicklungspipeline aus?

 

Ausgehend von der Bewertung der Ausgangssituation haben wir im nächsten Schritt die Wachstumspotentiale identifiziert. Hierzu haben wir zunächst für jedes einzelne Produkt die Größe des Gesamtmarktes auf Basis der Produktionsmengen der OEMs bestimmt. Anschließend haben wir das Absatz- und Umsatzpotential der 40 Kernprodukte auf Fahrzeugmodellebene für alle relevanten Märkte berechnet. Der weiteren Fokussierung diente eine Bewertung jedes Produktsegments anhand der Kernkompetenzen des Unternehmens und der erwarteten Marktentwicklung. Die zwölf Segmente haben wir in einem strategischen Produktportfolio positioniert mit den Hauptdimensionen Aufbauen, Forcieren, Abschöpfen oder Desinvestieren. Aus dieser Struktur wurden die effektivsten Wachstumspfade abgeleitet.

 

 

 

In der zweiten Projektphase haben wir gemeinsam mit den Vertriebs-, Entwicklungs- und Produktionsverantwortlichen den konkreten Wachstumsfahrplan mit detaillierten Projekt- und Zeitplänen entwickelt. Neben der Planung der Vertriebsmaßnahmen mussten die strukturellen Voraussetzungen geschaffen werden, um den zusätzlichen Absatz auch abwickeln zu können. Unterausgelastete Kapazitäten in der Produktion waren in vielen Bereichen vorhanden, jedoch keine ausreichende Transparenz über Auslastungsgrade und Investitionsbedarfe. Zur Ermittlung der Investitionsnotwendigkeiten haben wir für alle Maschinentypen eine Kapazitätsprojektion für die Planjahre aufgebaut. Zudem haben wir auf Projektebene die zusätzlichen Ressourcenbedarfe im Vertrieb und der Entwicklung ermittelt und die für das Wachstumsprogramm passende Organisationsstruktur definiert. Wesentlich für die Nachhaltigkeit des Konzepts war es, die organisatorischen und fachlichen Kompetenzen für eine gezielte und schlagkräftige Vorausentwicklung aufzubauen.

 

Er­geb­nis: Insgesamt haben wir Wachstumsprojekte für ca. 95 Mio. Euro zusätzlichen Umsatz definiert und davon ca. 75 Mio. Euro in einen detaillierten, verbindlichen und vor allem belastbaren Wachstumsfahrplan überführt, zu dem sich alle Beteiligten bekennen. Und nicht zuletzt: auch die Banken hat das Konzept überzeugt. Die benötigte Wachstumsfinanzierung wurde für den gesamten Planungszeitraum erfolgreich gesichert.